VOR- UND NACHTEILE VON GSR UND GPS

Grünschnittroggen und Roggen-GPS nutzen beide die bestehenden Ressourcen effizient und weisen eine sehr ähnliche Zusammensetzung ihrer Inhaltstoffe auf. Grünschnittroggen enthält mehr Rohprotein und Energie, da er jünger geerntet wird. GSR neigt durch die frühere Ernte weniger stark zur Lignifizierung als GPS. Beide Anbauverfahren entziehen dem Boden erhebliche Mengen Wasser. Ausreichende Niederschläge in der Vegetationsperiode sind Voraussetzung für das Gelingen der Folgefrüchte.

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Während beim GSR das Wetter Ende April ein Handicap darstellen kann (Befahrbarkeit, Anwelken), gewährt der Anbau von GPS eine höhere Flexibilität. Da sich die Produktion von GPS nicht wesentlich von der zur Körnernutzung unterscheidet, kann diese bei Bedarf auch als Marktfrucht genutzt werden. Allerdings muss diese Entscheidung früh fallen, da der Einsatz von Halmstabilisatoren und Fungiziden unumgänglich sein dürfte. GPS ist leichter zu silieren und ergibt einen höheren Frischmasseertrag/ha als Grünschnittroggen. Allerdings blockiert er das Feld länger als GSR. Die verbleibende Vegetationszeit nach GPS limitiert zunehmend die Auswahl geeigneter Zweitfrüchte. In Bezug auf Mais als Zweitfrucht bedeutet jede Woche verspätete Aussaat einen Ertragsverlust von ca. 7%. Bei sehr später GPS-Ernte ist häufig nur noch ein Zwischenfruchtanbau möglich. Der daraus resultierende Minderertrag der Gesamtfruchtfolge GPS plus Zweit- oder Zwischenfrucht kann dann das Anbauverfahren ökonomisch in Frage stellen. Der Ertrag von GPS und Folgefrucht muss in Summe so hoch sein, dass er die im Vergleich zu optimal bestellten Silomais in Hauptfruchtstellung höheren Verfahrenskosten zu decken vermag. Hier zeigen sich die Vorteile des GSR-Anbaus mit SAFER-Genetik bei nachfolgendem Mais. Weitere Kriterien für die Wahl von GSR oder GPS stellen die Pachtkosten und die monetäre Bewertung der Gärreste dar. In Veredelungsregionen mit hohen Pachtpreisen und Gülleüberschuss wird sich eine andere Rechnung ergeben als in Ackerbaugebieten mit einer moderaten Pacht und Humusdefizit. Es gibt Hinweise darauf, dass der Einsatz von GPS in Biogasanlagen durch die Art des Rührwerkes und der Bauart der Fermenter begrenzt sein kann.

Fruchtfolgetechnische Vorteile von GSR und GPS

Hohe Winterzwischenfruchterträge
Massewachstum unabhängig von Klima und Boden
Gesamt-Biomasse-Ertrag der Fruchtfolge kann gesteigert werden
Steigerung der Bodenfruchtbarkeit
Schnelle Bodenbedeckung unterdrückt Unkraut
Schutz vor Nährstoffauswaschung
Witterungsbedingte Risiken und Bodenerosion im Winter werden vermindert
Weitere Fruchtfolgen, mehr biologische Vielfalt
Flexibel in Hinblick auf die Marktentwicklung


Vorteile Populationsroggen gegenüber Hybridroggen

Früheres Sortenmaterial
Spätsaatverträglich
Geringere Saatgutkosten
Weniger Ertragsschwankungen
Bevorzugte Nutzung im ökologischen Landbau


Ökologischer Nutzen

Das kräftige Wachstum zu Beginn und die damit verbundene geschlossene Bodendeckung im Herbst/Winter reduzieren die Sickerwassermenge. Zusätzlich bindet es den Nährstoff-Überschuss aus der Vorfrucht und sorgt für eine natürliche Unkrautunterdrückung bei gleichzeitig geringem Bedarf an Pflanzenschutzmitteln. Für den ökologischen Landbau sind schneller Bestandesschluss und eine gute Bodenbedeckung von besonderer Bedeutung. Vor dem Hintergrund zunehmend extremer Wind- und Niederschlagsereignisse trägt Grünschnittroggen zur verminderten Erosion der Böden bei. Im Rahmen von Cross Compliance entspricht Grünschnittroggen in idealer Weise den Vorgaben des Erosionsschutzkatasters. Aufgrund des frühen Erntezeitpunktes sollten gegebenenfalls Schutzmaßnahmen für bodenbrütende Vogelarten und Jungwild getroffen werden.